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Pestizide in verarbeiteten Weinblättern – erneut eine bedenkliche Bilanz

Art und Anzahl festgestellter Pestizidhöchstgehaltsüberschreitungen in verarbeiteten Weinblättern Diagramm: LLBB / Grafische Gestaltung: unicom-berlin.de

Untersuchungen im Jahr 2019 hatten bei verarbeiteten Weinblättern eine hohe Belastung mit Pestizidrückständen ergeben (vgl. Jahresbericht 2019, Schwerpunktthemen des Landeslabors Berlin-Brandenburg, S. 31/32). Aufgrund dessen stand die Analyse von Pflanzenschutzmittelrückständen in Weinblättern auch im Jahr 2020 im Fokus des LLBB.

Weinblätter werden als Nebenprodukt der Wein- bzw. Traubenlese mit für den Weinbau üblichen Pflanzenschutzmitteln behandelt. Infolgedessen werden vornehmlich in konventionell angebauten Weinblättern häufig Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen, die zum Teil die zugelassenen Höchstgehalte der jeweiligen Wirkstoffe überschreiten. Mit verarbeiteten Weinblättern zubereitete Speisen (beispielsweise mit verschiedenen Zutaten gefüllte Weinblätter) sind insbesondere in der mediterranen Küche sehr weit verbreitet und auch in Deutschland als Vorspeise oder Feinkostspezialität sehr beliebt.

Ermittelte Pestizidrückstände

Im Vergleich zu 2019 wurden im Jahr 2020 deutlich mehr Weinblätterproben untersucht, da aufgrund der Vorjahresbeanstandungen mehr Verdachtsproben genommen wurden.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 44 Proben von verarbeiteten Weinblättern, die fast ausschließlich aus Ägypten und der Türkei stammten und in Salzlake eingelegt waren, auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (Pestizide) untersucht. Von den 44 Proben wurden bei 30 Proben insgesamt 272 Überschreitungen der zugelassenen Höchstgehalte an Pflanzenschutzmitteln als Verstoß gegen § 9 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) beurteilt. Dieser beinhaltet, dass Lebensmittel, bei denen die gesetzlich festgelegten Höchstmengen an Pestiziden überschritten werden, nicht in Verkehr gebracht werden dürfen. Lediglich in acht Proben waren keine Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln nachweisbar. Insgesamt waren die Weinblätter aus Ägypten noch stärker belastet als die aus der Türkei.

Tabelle: Vergleich der Ergebnisse verarbeiteter Weinblätter 2019-2020

2019 2020
Anzahl untersuchter Proben 15 44
Anzahl bestimmter Pestizide 26 68
Pestizidbeurteilungen nach § 9 LSGB 36 272
Art und Anzahl festgestellter Pestizidhöchstgehaltsüberschreitungen in verarbeiteten Weinblättern Diagramm: LLBB / Grafische Gestaltung: unicom-berlin.de

Untersuchungen im Jahr 2019 hatten bei verarbeiteten Weinblättern eine hohe Belastung mit Pestizidrückständen ergeben (vgl. Jahresbericht 2019, Schwerpunktthemen des Landeslabors Berlin-Brandenburg, S. 31/32). Aufgrund dessen stand die Analyse von Pflanzenschutzmittelrückständen in Weinblättern auch im Jahr 2020 im Fokus des LLBB.

Weinblätter werden als Nebenprodukt der Wein- bzw. Traubenlese mit für den Weinbau üblichen Pflanzenschutzmitteln behandelt. Infolgedessen werden vornehmlich in konventionell angebauten Weinblättern häufig Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen, die zum Teil die zugelassenen Höchstgehalte der jeweiligen Wirkstoffe überschreiten. Mit verarbeiteten Weinblättern zubereitete Speisen (beispielsweise mit verschiedenen Zutaten gefüllte Weinblätter) sind insbesondere in der mediterranen Küche sehr weit verbreitet und auch in Deutschland als Vorspeise oder Feinkostspezialität sehr beliebt.

Ermittelte Pestizidrückstände

Im Vergleich zu 2019 wurden im Jahr 2020 deutlich mehr Weinblätterproben untersucht, da aufgrund der Vorjahresbeanstandungen mehr Verdachtsproben genommen wurden.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 44 Proben von verarbeiteten Weinblättern, die fast ausschließlich aus Ägypten und der Türkei stammten und in Salzlake eingelegt waren, auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (Pestizide) untersucht. Von den 44 Proben wurden bei 30 Proben insgesamt 272 Überschreitungen der zugelassenen Höchstgehalte an Pflanzenschutzmitteln als Verstoß gegen § 9 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) beurteilt. Dieser beinhaltet, dass Lebensmittel, bei denen die gesetzlich festgelegten Höchstmengen an Pestiziden überschritten werden, nicht in Verkehr gebracht werden dürfen. Lediglich in acht Proben waren keine Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln nachweisbar. Insgesamt waren die Weinblätter aus Ägypten noch stärker belastet als die aus der Türkei.

Tabelle: Vergleich der Ergebnisse verarbeiteter Weinblätter 2019-2020

2019 2020
Anzahl untersuchter Proben 15 44
Anzahl bestimmter Pestizide 26 68
Pestizidbeurteilungen nach § 9 LSGB 36 272

Fazit

Die enorme Belastungssituation zeigt erneut, dass es in den Anbauländern dringenden Handlungsbedarf gibt. Das könnten zum Beispiel folgende Maßnahmen sein:

  • Konsequente Umsetzung einer Guten Landwirtschaftlichen Praxis (GLP)
    • Reduzierung der Anzahl der eingesetzten Pestizide
    • Reduzierung der Menge der eingesetzten Pestizide
    • Konsequentes Führen von Spritzbüchern
    • Umsetzen von daraus gewonnenen Erkenntnissen zur Pestizidreduktion
  • Untersuchung auf Pestizidrückstände im Herkunftsland
  • Prüfung eines Umstiegs auf Bioanbau für Rebstöcke, die ausschließlich der Weinblattgewinnung dienen

Die enorme Belastungssituation zeigt erneut, dass es in den Anbauländern dringenden Handlungsbedarf gibt. Das könnten zum Beispiel folgende Maßnahmen sein:

  • Konsequente Umsetzung einer Guten Landwirtschaftlichen Praxis (GLP)
    • Reduzierung der Anzahl der eingesetzten Pestizide
    • Reduzierung der Menge der eingesetzten Pestizide
    • Konsequentes Führen von Spritzbüchern
    • Umsetzen von daraus gewonnenen Erkenntnissen zur Pestizidreduktion
  • Untersuchung auf Pestizidrückstände im Herkunftsland
  • Prüfung eines Umstiegs auf Bioanbau für Rebstöcke, die ausschließlich der Weinblattgewinnung dienen