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Kinderkosmetik - alles sicher? (Jahresbericht 2020)

Eltern können im Handel aus einer breiten Palette von speziell fr Kinder und Babys konzipierten Kosmetikprodukten wählen Foto: istock.com/zoranm

Eltern wollen möglichst das Beste für ihre Kinder. Dieses Bedürfnis bedient auch die Kosmetikindustrie: Auf dem Markt für kosmetische Mittel werden zahlreiche und vielfältige Produkte speziell für Kinder und Babys angeboten. Dabei halten die Kosmetikregale in den Läden neben Produkten des täglichen Bedarfs wie Wasch- und Pflegemittel auch Produkte für spezielle Anwendungen wie Entwirrspray für feines Kinderhaar bis hin zu Produkten, die an die Grenze zu Spielwaren einzuordnen sind, wie etwa Schminksets oder Produkte für bunte Badeerlebnisse bereit.

Da es sich bei Babys und Kindern zudem um eine besonders empfindliche Verbrauchergruppe handelt, liegt es nahe, sich diesen Produkten schwerpunktmäßig zu widmen. Aus diesem Grund hat das Landeslabor Berlin-Brandenburg im Jahr 2020 vermehrt Produkte untersucht, die speziell für Babys und Kinder beworben werden. Es wurde dabei auf eine facettenreiche Produktpalette geachtet. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen im folgenden Artikel nähergebracht werden.

Eltern können im Handel aus einer breiten Palette von speziell fr Kinder und Babys konzipierten Kosmetikprodukten wählen Foto: istock.com/zoranm

Eltern wollen möglichst das Beste für ihre Kinder. Dieses Bedürfnis bedient auch die Kosmetikindustrie: Auf dem Markt für kosmetische Mittel werden zahlreiche und vielfältige Produkte speziell für Kinder und Babys angeboten. Dabei halten die Kosmetikregale in den Läden neben Produkten des täglichen Bedarfs wie Wasch- und Pflegemittel auch Produkte für spezielle Anwendungen wie Entwirrspray für feines Kinderhaar bis hin zu Produkten, die an die Grenze zu Spielwaren einzuordnen sind, wie etwa Schminksets oder Produkte für bunte Badeerlebnisse bereit.

Da es sich bei Babys und Kindern zudem um eine besonders empfindliche Verbrauchergruppe handelt, liegt es nahe, sich diesen Produkten schwerpunktmäßig zu widmen. Aus diesem Grund hat das Landeslabor Berlin-Brandenburg im Jahr 2020 vermehrt Produkte untersucht, die speziell für Babys und Kinder beworben werden. Es wurde dabei auf eine facettenreiche Produktpalette geachtet. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen im folgenden Artikel nähergebracht werden.

Was wurde untersucht?

Beispielhafte Produkte, wie sie für Babys und Kinder angeboten werden (Etiketten wurden im Rahmen der Bildbearbeitung verfremdet) Foto: LLBB

Im Jahr 2020 wurden vom Landeslabor insgesamt 707 kosmetische Mittel aus Berlin und Brandenburg untersucht. Darunter waren 165 Proben, die explizit für Kinder oder Babys beworben wurden bzw. von ihrer Aufmachung her auf Kinder abzielten (z. B. durch die Abbildung von Comicfiguren).

Es wurde darauf geachtet, Produkte aus verschiedenen Produktgruppen zu wählen, um ein möglichst breites Bild über die am Markt befindlichen Produkte für Babys und Kinder zu erhalten. Der größte Anteil der Proben stammte dabei aus der Gruppe der Reinigungs- (35 %) und Pflegeprodukte (21 %), die sicherlich auch zu den Produkten gehören, die im Alltag mit am häufigsten verwendet werden. Des Weiteren wurden aber auch Proben aus den Kategorien Schminke (13 %), Sonnenschutz- und After-Sun-Produkte (11 %), Zahnpflege (10 %), Haarpflege- und Styling (5 %), Parfum (3 %) sowie Geschenksets (2 %) untersucht.

 Zum Standarduntersuchungsspektrum gehören bei kosmetischen Mitteln eine Sinnesprüfung, eine Kennzeichnungsprüfung und eine Prüfung der Notifizierung (kosmetische Mittel müssen in der EU vor dem Inverkehrbringen in einem speziellen Onlineportal angemeldet [notifiziert] werden). Die physikalisch-chemischen Untersuchungen sind stark von der Art des kosmetischen Mittels und seiner Zusammensetzung abhängig. Kindersonnenschutzmittel wurden insbesondere hinsichtlich Lichtfilter, Pflegestoffe, Konservierungsstoffe und allergener Duftstoffe untersucht. Bei den Kinderzahncremes wurde der ausgelobte Fluoridgehalt geprüft. In gefärbten Reinigungsprodukten wurden die enthaltenen Farbstoffe analysiert und Kinderschminke wurde auf Farbstoffe und die Kontamination mit Schwermetallen untersucht. Auch werbliche Auslobungen auf der Kinderkosmetik (z. B. „mit Panthenol“ oder „ohne Alkohol“) wurden, soweit möglich, analytisch überprüft. Vereinzelt wurden von den Überwachungsbehörden auch Produktunterlagen zu den Proben vorgelegt, die in diesem Fall auf Vollständigkeit, Plausibilität und wissenschaftlich korrektes Vorgehen geprüft wurden.

Beispielhafte Produkte, wie sie für Babys und Kinder angeboten werden (Etiketten wurden im Rahmen der Bildbearbeitung verfremdet) Foto: LLBB

Im Jahr 2020 wurden vom Landeslabor insgesamt 707 kosmetische Mittel aus Berlin und Brandenburg untersucht. Darunter waren 165 Proben, die explizit für Kinder oder Babys beworben wurden bzw. von ihrer Aufmachung her auf Kinder abzielten (z. B. durch die Abbildung von Comicfiguren).

Es wurde darauf geachtet, Produkte aus verschiedenen Produktgruppen zu wählen, um ein möglichst breites Bild über die am Markt befindlichen Produkte für Babys und Kinder zu erhalten. Der größte Anteil der Proben stammte dabei aus der Gruppe der Reinigungs- (35 %) und Pflegeprodukte (21 %), die sicherlich auch zu den Produkten gehören, die im Alltag mit am häufigsten verwendet werden. Des Weiteren wurden aber auch Proben aus den Kategorien Schminke (13 %), Sonnenschutz- und After-Sun-Produkte (11 %), Zahnpflege (10 %), Haarpflege- und Styling (5 %), Parfum (3 %) sowie Geschenksets (2 %) untersucht.

 Zum Standarduntersuchungsspektrum gehören bei kosmetischen Mitteln eine Sinnesprüfung, eine Kennzeichnungsprüfung und eine Prüfung der Notifizierung (kosmetische Mittel müssen in der EU vor dem Inverkehrbringen in einem speziellen Onlineportal angemeldet [notifiziert] werden). Die physikalisch-chemischen Untersuchungen sind stark von der Art des kosmetischen Mittels und seiner Zusammensetzung abhängig. Kindersonnenschutzmittel wurden insbesondere hinsichtlich Lichtfilter, Pflegestoffe, Konservierungsstoffe und allergener Duftstoffe untersucht. Bei den Kinderzahncremes wurde der ausgelobte Fluoridgehalt geprüft. In gefärbten Reinigungsprodukten wurden die enthaltenen Farbstoffe analysiert und Kinderschminke wurde auf Farbstoffe und die Kontamination mit Schwermetallen untersucht. Auch werbliche Auslobungen auf der Kinderkosmetik (z. B. „mit Panthenol“ oder „ohne Alkohol“) wurden, soweit möglich, analytisch überprüft. Vereinzelt wurden von den Überwachungsbehörden auch Produktunterlagen zu den Proben vorgelegt, die in diesem Fall auf Vollständigkeit, Plausibilität und wissenschaftlich korrektes Vorgehen geprüft wurden.

Gibt es Grund zur Beanstandung?

Zwei der untersuchten Proben (1,2 %), eine ayurvedische Zahncreme und ein Babyparfum, mussten aufgrund mikrobieller Belastungen als nicht sicheres kosmetisches Mittel beurteilt werden. In drei Produkten (1,8 %) wurden verbotene Stoffe nachgewiesen bzw. waren Bestandteile entgegen der gültigen Verwendungsbeschränkungen im Produkt enthalten. Insgesamt waren vier Proben (2,4 %) aufgrund ihrer Sicherheit oder Zusammensetzung zu beanstanden, davon enthielt eine Probe einen verbotenen Farbstoff. Bei all diesen vier Produkten handelte es sich um Importwaren aus Drittländern.

Über alle Produktgruppen hinweg lag die Beanstandungsquote bei 45 %. 31 der untersuchten Proben (19 %) waren aus mehr als einem Grund zu beanstanden. 24 % der Proben wurden aufgrund von Kennzeichnungsmängeln beanstandet und 21 % aufgrund von Verstößen gegen Vorschriften zur Notifizierung. Bei insgesamt 28 Proben (17 %) wurde die Bewerbung der Produkte als irreführend beurteilt.

Zwei der untersuchten Proben (1,2 %), eine ayurvedische Zahncreme und ein Babyparfum, mussten aufgrund mikrobieller Belastungen als nicht sicheres kosmetisches Mittel beurteilt werden. In drei Produkten (1,8 %) wurden verbotene Stoffe nachgewiesen bzw. waren Bestandteile entgegen der gültigen Verwendungsbeschränkungen im Produkt enthalten. Insgesamt waren vier Proben (2,4 %) aufgrund ihrer Sicherheit oder Zusammensetzung zu beanstanden, davon enthielt eine Probe einen verbotenen Farbstoff. Bei all diesen vier Produkten handelte es sich um Importwaren aus Drittländern.

Über alle Produktgruppen hinweg lag die Beanstandungsquote bei 45 %. 31 der untersuchten Proben (19 %) waren aus mehr als einem Grund zu beanstanden. 24 % der Proben wurden aufgrund von Kennzeichnungsmängeln beanstandet und 21 % aufgrund von Verstößen gegen Vorschriften zur Notifizierung. Bei insgesamt 28 Proben (17 %) wurde die Bewerbung der Produkte als irreführend beurteilt.

Darstellung der Probenzahlen nach Produktgruppen bei Kinderkosmetik im Jahr 2020, unterteilt in beanstandete und nicht beanstandete Proben Diagramm: LLBB / Grafische Gestaltung: unicom-berlin.de
Darstellung der Probenzahlen nach Produktgruppen bei Kinderkosmetik im Jahr 2020, unterteilt in beanstandete und nicht beanstandete Proben Diagramm: LLBB / Grafische Gestaltung: unicom-berlin.de

Gibt es Unterschiede in den Produktgruppen?

Differenziert man die Beanstandungen nach den untersuchten Produktgruppen, so fällt auf, dass die Produktgruppen Schminke und Parfum besonders oft beanstandet wurden. Produkte des täglichen Bedarfs, wie Reinigungs- und Pflegeprodukte, Sonnenschutz- und After-Sun-Produkte oder auch Zahnpflegeprodukte, wiesen hingegen begrüßenswerterweise eine unterdurchschnittliche Beanstandungsquote auf.

Differenziert man die Beanstandungen nach den untersuchten Produktgruppen, so fällt auf, dass die Produktgruppen Schminke und Parfum besonders oft beanstandet wurden. Produkte des täglichen Bedarfs, wie Reinigungs- und Pflegeprodukte, Sonnenschutz- und After-Sun-Produkte oder auch Zahnpflegeprodukte, wiesen hingegen begrüßenswerterweise eine unterdurchschnittliche Beanstandungsquote auf.

Darstellung der Probenzahlen nach Produktgruppen bei Kinderkosmetik im Jahr 2020, unterteilt in beanstandete und nicht beanstandete Proben Diagramm: LLBB / Grafische Gestaltung: unicom-berlin.de
Darstellung der Probenzahlen nach Produktgruppen bei Kinderkosmetik im Jahr 2020, unterteilt in beanstandete und nicht beanstandete Proben Diagramm: LLBB / Grafische Gestaltung: unicom-berlin.de

Fazit und Ausblick

Insgesamt war das Ergebnis des Projekts Kinderkosmetik erfreulich positiv. Die meisten Proben (79 %) waren nicht oder lediglich aufgrund ihrer Kennzeichnung bzw. fehlerhafter oder fehlender Notifizierung zu beanstanden. Dennoch bleibt die Überwachung von Kosmetik, die speziell für Babys und Kinder vorgesehen ist, aufgrund der Sensibilität dieser Verbrauchergruppe auch weiterhin ein wichtiges Thema. Aus den Ergebnissen des Projekts lassen sich zudem Schwerpunkte für zukünftige Untersuchungen auf dem Gebiet der Kinderkosmetik ableiten. So kann im Sinne der Risikoorientierung ein spezielles Augenmerk auf bestimmte Produktgruppen oder die Herkunft der kosmetischen Mittel gelegt werden.

Insgesamt war das Ergebnis des Projekts Kinderkosmetik erfreulich positiv. Die meisten Proben (79 %) waren nicht oder lediglich aufgrund ihrer Kennzeichnung bzw. fehlerhafter oder fehlender Notifizierung zu beanstanden. Dennoch bleibt die Überwachung von Kosmetik, die speziell für Babys und Kinder vorgesehen ist, aufgrund der Sensibilität dieser Verbrauchergruppe auch weiterhin ein wichtiges Thema. Aus den Ergebnissen des Projekts lassen sich zudem Schwerpunkte für zukünftige Untersuchungen auf dem Gebiet der Kinderkosmetik ableiten. So kann im Sinne der Risikoorientierung ein spezielles Augenmerk auf bestimmte Produktgruppen oder die Herkunft der kosmetischen Mittel gelegt werden.