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Bestimmung von Fluorid in Zahnpflegemitteln

- Erschienen am 10.03.2025

Buhmann J., Klein J., Mischke J., Jost C., Sporrer A.
Bestimmung von Fluorid in Zahnpflegemitteln
Poster im Rahmen der Arbeitstagung des Regionalverbands Nordost der Lebensmittelchemischen Gesellschaft, 10.03.2025

Abstract:

Obwohl Fluorid kein essentieller Nährstoff für das Wachstum und die Entwicklung von Zähnen ist, spielt es eine wichtige Rolle bei der Kariesprävention. Indem es die Demineralisierung der Zähne verzögert, die Remineralisierung fördert und den Metabolismus kariogener Bakterien hemmt, schützt Fluorid die Zähne wirksam.[1,2]

Bei einer Überversorgung mit Fluorid können jedoch auch unerwünschte Effekte auftreten. Eine dauerhaft zu hohe Fluoridaufnahme erhöht das Risiko für Zahnfluorosen, welche insbesondere bei Kindern bis zu 8 Jahren vorkommen können. Hierbei wird Fluorid übermäßig in den Zahnschmelz eingelagert, was eine Hypomineralisierung zur Folge hat. In schweren Fällen macht dies den Zahnschmelz porös und somit weniger widerstandsfähig.[2]

Eine wichtige Aufnahmequelle für Fluorid sind neben fluoridiertem Wasser und Salz Zahnpflegemittel wie Zahnpasten oder Mundspülungen. Um das Risiko für eine Fluorid-Überversorgung zu minimieren, gelten in der EU Höchstgehalte für Fluorid in Mundmitteln, welche in der VO (EG) Nr. 1223/2009 festgelegt sind.[3]

Bisher wurde im Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) eine photometrische Methode genutzt, bei der das Fluorid mittels Perchlorsäure durch Mikrodiffusion aus der Probenmatrix extrahiert und anschließend als Alizarinfarbstoffkomplex bestimmt wurde. Diese Methode liefert präzise Werte, ist aber aufgrund der Mikrodiffusion sehr aufwändig und langwierig. Sie existiert zudem seit über 50 Jahren und ist dementsprechend veraltet.

In Landesuntersuchungslaboren anderer Bundesländer erfolgt die Fluorid-Bestimmung z. T. mittels Ionenselektiver Elektrode. Hierbei wird die Aktivität der Fluorid-Ionen in der wässrigen Probenlösung gemessen. Diese Methode ist deutlich schneller, einfacher und zudem relativ kostengünstig, weshalb sie nun auch am LLBB etabliert werden soll.

Auf dem Poster werden die Hintergründe der Thematik und die o. g. Analysenmethoden mit ihren Prinzipien und Vor- und Nachteilen dargestellt.

Quellen

[1]        Stellungnahme Nr. 015/2018 des BfR vom 31. Mai 2018: Für gesunde Zähne: Fluorid-Vorbeugung bei Säuglingen und Kleinkindern, DOI 10.17590/20180531-085715-0

[2]        D.M. O’Mullane, R.J. Baez, S. Jones, M.A. Lennon, P.E. Petersen, A.J. Rugg-Gunn, H. Whelton and G.M. Whitford: Fluoride and Oral Health, Community Dental Health (2016) 33, 69–99.

[3]        Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel (Abl. Nr. L 342/59 vom 22.12.2009)

Abbinder

Datum
10.03.2025
Rubrik
Bedarfsgegenstände / Kosmetika / Tabak (Fachveröffentlichungen)
Kontakt
Abteilung II
E-Mail:
AbtII@­Landeslabor-bbb.de