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Pflanzliche Schlankheitsmittel aus Asien - Gefahren durch den Zusatz des nicht deklarierten Wirkstoffs Sibutramin

Schlankheitsmittel aus Asien

Der Arzneimitteluntersuchungsstelle des Landeslabors Berlin-Brandenburg (LLBB) wurden in den letzten Monaten vermehrt Schlankheitsmittel vorgelegt, die laut Kennzeichnung rein pflanzliche Bestandteile enthalten. Diese Proben stammen ursprünglich aus dem asiatischen Raum und wurden als Zollproben zwecks Untersuchung beschlagnahmt.

Die substantielle Untersuchung der Proben mit Hilfe eines hochmodernen LC-QTOF-Gerätes, das spezifische Massenfragmente von Wirkstoffen in komplexen Matrices nachweisen kann, ergab, dass in diesen Proben der nicht deklarierte Wirkstoff Sibutramin enthalten war. Die Gehaltsbestimmung mit Hilfe einer in der Arzneimitteluntersuchungsstelle des LLBB entwickelten und validierten HPLC-Methode führte je nach Produkt zu Gehalten von 11,6 bis 27,5 mg Sibutramin pro Kapsel.

Sibutramin-haltige Arzneimittel sind seit 1999 zur Behandlung des ernährungsbedingten Übergewichts im Rahmen eines umfassenden Programms zur Gewichtsreduktion (z.B. Verstärkung der körperlichen Bewegung, Umstellung der Ernährungsgewohnheiten) in Europa zugelassen. Durch die Beeinflussung von Botenstoffen im Gehirn soll ein Sättigungsgefühl ausgelöst werden.

In Deutschland war Sibutramin im Produkt Reductil® in einer Dosierung von 10 bzw. 15 mg pro Kapsel enthalten (Einnahme einer Kapsel pro Tag). Aufgrund erheblicher Sicherheitsbedenken, speziell wegen des vermehrten Auftretens von Herzinfarkten und Schlaganfällen bei übergewichtigen Patienten (für die aufgrund von Diabetes mellitus oder kardiovaskulären Vorerkrankungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen ohnehin erhöht ist), wurde nach einer Empfehlung der Europäischen Zulassungsbehörde EMA im Januar 2010 Sibutramin-haltige Arzneimittel in Europa (und damit auch in Deutschland) vom Markt genommen.

Die von der Arzneimitteluntersuchungsstelle des LLBB untersuchten Proben enthielten Sibutramin-Gehalte, die im Bereich des seinerzeit zugelassenen Arzneimittels Reductil® bzw. zum Teil erheblich darüber liegen. Abgesehen davon, dass es sich bei den untersuchten Proben um nicht zugelassene Arzneimittel handelt, sind Verbraucher bei Einnahme dieser Produkte ungeahnt einem hohen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt.

Charakteristische Merkmale auf der Verpackung der hier untersuchten Proben waren die Abbildung der Silhouette einer schlanken Frau, zahlreiche asiatische (häufig chinesische) Schriftzeichen und der Hinweis auf pflanzliche Bestandteile. Zudem reflektierte die Verpackung der untersuchten Proben bei leichter Bewegung das Licht in Regenbogenfarben. Sollten Verbraucher diese Merkmale auf der Verpackung eines Schlankheitsmittels aus Asien finden, ist Vorsicht geboten! Um vollkommen auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen wir, auf den Bezug pflanzlicher Schlankheitsmittel aus zum Teil dubiosen Internetquellen zu verzichten und nach anderen Alternativen zur Gewichtsreduktion zu suchen.



  

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